Viele Menschen bemerken im Herbst vermehrt Haare in der Bürste oder im Abfluss. Diese saisonale Häufung ist ein bekanntes Phänomen, das mit dem natürlichen Haarzyklus zusammenhängt. In verschiedenen Medienberichten werden aktuell bestimmte Getränke als mögliche Unterstützung gegen diesen herbstlichen Haarausfall genannt. Die wissenschaftliche Grundlage für solche Empfehlungen ist jedoch unklar, da keine belastbaren Studien zu spezifischen Getränken und saisonalem Haarausfall vorliegen.
Inhalt
Warum fallen im Herbst mehr Haare aus?
Der natürliche Haarzyklus und saisonale Schwankungen
Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus drei Phasen: die Wachstumsphase (Anagenphase), die Übergangsphase (Katagenphase) und die Ruhephase (Telogenphase), in der das Haar schließlich ausfällt und durch ein neues ersetzt werden kann. Dieser Rhythmus läuft bei jedem Haar zeitlich versetzt ab, sodass normalerweise nur ein kleiner Teil aller Haare gleichzeitig ausfällt.
Telogenes Effluvium: Wenn mehr Haare gleichzeitig ruhen
Bei einem sogenannten telogenen Effluvium treten überdurchschnittlich viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase ein und fallen dann gemeinsam aus. Dieser Zustand kann durch verschiedene Auslöser entstehen, darunter hormonelle Veränderungen, Stress, Infektionen oder Nährstoffmängel. Ob saisonale Faktoren wie die veränderte Lichtexposition im Herbst eine Rolle spielen, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Nährstoffe und Haargesundheit: Was ist belegt?
Vitamin D und die Haarfollikel
Im Herbst und Winter sinkt die Vitamin-D-Versorgung bei vielen Menschen, da die Haut weniger UV-Strahlung ausgesetzt ist. Nach Schätzungen haben in Deutschland bis zu 70 Prozent der Bevölkerung eine suboptimale Vitamin-D-Versorgung, besonders in den lichtarmen Monaten. Dr. Uwe Schwichtenberg, Dermatologe und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen, erklärt: „Im Haarfollikel befinden sich Vitamin-D-Rezeptoren, die an der Regulation des Haarzyklus beteiligt sind.”
Ein Vitamin-D-Mangel könne theoretisch den Haarzyklus beeinflussen und dazu führen, dass Haare schneller ausfallen. Allerdings sei die wissenschaftliche Beweislage nicht eindeutig: „Ein Vitamin-D-Mangel kann einer von vielen möglichen Auslösern sein und ist auch nicht für jede Art von Haarausfall verantwortlich”, so Schwichtenberg.
Weitere Nährstoffe mit möglicher Bedeutung
Neben Vitamin D werden auch andere Vitamine und Mineralstoffe mit der Haargesundheit in Verbindung gebracht, darunter Eisen, Zink, B-Vitamine und Vitamin C. Ein nachgewiesener Mangel kann in manchen Fällen zu Haarausfall beitragen. Ob jedoch die gezielte Zufuhr über Getränke bei Menschen ohne diagnostizierten Mangel einen messbaren Effekt auf saisonalen Haarausfall hat, ist nicht belegt.
Getränke gegen Herbst-Haarausfall: Was sagt die Forschung?
Fehlende Evidenz für spezifische Getränke
Die Behauptung, dass zwei bestimmte Getränke saisonalen Haarausfall verhindern können, lässt sich anhand der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur nicht nachvollziehen. Es existieren keine kontrollierten Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum bestimmter Getränke und der Prävention von herbstlichem Haarausfall belegen würden.
Allgemeine Ernährung und Kopfhautgesundheit
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen unterstützt die allgemeine Gesundheit der Kopfhaut und Haarfollikel. Ob einzelne Lebensmittel oder Getränke darüber hinaus einen spezifischen Effekt auf saisonalen Haarausfall haben, bleibt unklar. Wer einen auffälligen oder anhaltenden Haarausfall bemerkt, sollte dies dermatologisch abklären lassen, um behandelbare Ursachen wie Nährstoffmängel, hormonelle Störungen oder entzündliche Kopfhauterkrankungen auszuschließen.
| Nährstoff | Funktion für das Haar | Mögliche Quellen |
|---|---|---|
| Vitamin D | Regulation des Haarzyklus | Sonnenlicht, fetter Fisch, Präparate |
| Eisen | Sauerstofftransport zu Follikeln | Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorn |
| Zink | Zellwachstum und Reparatur | Nüsse, Samen, Fleisch |
| Vitamin C | Eisenaufnahme, Kollagenbildung | Zitrusfrüchte, Paprika, Beeren |
Praktische Ansätze bei saisonalem Haarausfall
Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Saisonaler Haarausfall ist in den meisten Fällen vorübergehend und normalisiert sich nach einigen Wochen von selbst. Wenn jedoch über mehrere Monate hinweg deutlich mehr Haare ausfallen als nachwachsen, wenn kahle Stellen entstehen oder wenn der Haarausfall mit anderen Symptomen wie Müdigkeit oder Hautveränderungen einhergeht, ist eine dermatologische Untersuchung ratsam. Blutuntersuchungen können Aufschluss über mögliche Nährstoffmängel oder hormonelle Ungleichgewichte geben.
Unterstützung der Kopfhautgesundheit
Eine sanfte Haarpflege, die Vermeidung von mechanischem Stress durch zu straffes Binden oder häufiges Hitzestyling sowie eine ausgewogene Ernährung bilden die Grundlage für gesundes Haarwachstum. Vitamin D ist fettlöslich, weshalb die Einnahme von Präparaten zusammen mit einer Mahlzeit die Aufnahme verbessern kann. Ob bestimmte Getränke einen zusätzlichen Nutzen bieten, bleibt mangels wissenschaftlicher Belege offen.
Quellen
- MedWiss.Online | Chemotherapiebedingter Haarausfall: Was kann helfen? • MedWiss.Online
- Chemotherapiebedingter Haarausfall: Was kann helfen? • DGP
- Haarausfall im Herbst: Mit 2 Drinks können Sie vorbeugen – CHIP
- Vitamin D und Haarausfall: Arzt erklärt, ob ein Mangel den Haarschwund begünstigt
- Arzt empfiehlt: Vitamin D wird mit diesen 3 Ernährungsgewohnheiten besser aufgenommen – CHIP
Dieser Text wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Im Sinne der Transparenz und gemäß den Standards der EU-KI-Verordnung weisen wir darauf hin, dass die Inhalte anschließend einer sorgfältigen redaktionellen Prüfung und menschlichen Kontrolle unterzogen wurden. Die endgültige redaktionelle Verantwortung liegt beim Herausgeber.
