Eine neue Untersuchung zu GLP-1-Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy lenkt die Aufmerksamkeit auf bisher wenig beachtete Nebenwirkungen: Nagelveränderungen und Haarausfall. Das internationale Forschungsteam um den Dermatologen Charles Taïeb befragte 575 Nutzer dieser Abnehm- und Diabetesmedikamente und verglich die Ergebnisse mit 1329 Menschen, die keine solchen Präparate verwendeten. Die Zahlen wirken zunächst alarmierend, doch bei genauer Betrachtung zeigt sich ein differenzierteres Bild, das sowohl Ärzte als auch Patienten kennen sollten.
Inhalt
Studienergebnisse zu Nagelveränderungen
Nagelablösung bei 39 Prozent der Befragten
Die auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) in Wien Anfang Oktober 2026 vorgestellte Studie erfasste Teilnehmer aus Frankreich, den USA, Brasilien und Mexiko. 39 Prozent der GLP-1-Nutzer gaben an, dass sich bei ihnen Nägel vom Nagelbett gelöst hatten , medizinisch als Onycholyse bezeichnet. In der Vergleichsgruppe waren es neun Prozent. Bei der Nagelverfärbung lag das Verhältnis bei 46 zu 17 Prozent.
Wichtige Einschränkungen der Daten
Die Hälfte der GLP-1-Nutzer hatte jedoch bereits vor Behandlungsbeginn Probleme mit den Nägeln. Betrachtet man ausschließlich neu aufgetretene Nagelschäden, verschwindet der Unterschied zwischen den Gruppen weitgehend. Die Studie basiert zudem allein auf Selbstauskünften, ohne ärztliche Diagnosen oder Angaben zur Schwere der Veränderungen. Menschen, die zur Abnehmspritze greifen, könnten also bereits vor der Behandlung anfälligere Nägel haben.

Haarausfall und Kopfhautbeschwerden
50 Prozent berichten von ungewöhnlichem Haarverlust
Eine Begleitstudie mit denselben Teilnehmern untersuchte Haare und Kopfhaut. Die Hälfte der GLP-1-Nutzer berichtete von ungewöhnlichem Haarausfall, in der Vergleichsgruppe waren es 34 Prozent. Häufig traten zusätzlich Juckreiz oder Rötungen der Kopfhaut auf. Mitautor Bruno Halioua, Dermatologe in Paris, vermutet mehr als das bekannte Ausdünnen nach starkem Gewichtsverlust. Möglicherweise spielen entzündliche Prozesse eine Rolle.
Bekannte Zusammenhänge aus früheren Untersuchungen
Der Verdacht ist nicht neu. Eine im Juli 2026 im Fachblatt BMJ veröffentlichte Auswertung der University of Pennsylvania fand unter GLP-1-Mitteln ein höheres Risiko für Haarausfall als unter anderen Diabetesmedikamenten. Absolut ging es jedoch um zwei bis drei zusätzliche Fälle pro 1000 Behandlungsjahre , eine vergleichsweise geringe Steigerung.
Praktische Hinweise für Betroffene
Kopfhautpflege während der Behandlung
Wer GLP-1-Medikamente nutzt und Veränderungen an Haaren oder Nägeln bemerkt, sollte dies ärztlich abklären lassen. Eine sanfte Kopfhautpflege kann unterstützend wirken: milde, pH-neutrale Shampoos ohne aggressive Tenside, regelmäßige Kopfhautmassagen zur Durchblutungsförderung und der Verzicht auf heiße Föhnluft oder straffe Frisuren entlasten das Haar mechanisch.
Nährstoffstatus überprüfen
Starke Gewichtsabnahme kann zu Nährstoffmängeln führen, die Haar- und Nagelwachstum beeinträchtigen. Eine ärztliche Kontrolle von Eisen, Zink, Biotin und Proteinstatus ist sinnvoll. Gegebenenfalls kann eine gezielte Supplementierung oder Ernährungsanpassung die Regeneration unterstützen.
| Nebenwirkung | GLP-1-Nutzer | Vergleichsgruppe | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Nagelablösung | 39% | 9% | 50% hatten Vorerkrankungen |
| Nagelverfärbung | 46% | 17% | Selbstauskünfte, keine Diagnosen |
| Haarausfall | 50% | 34% | Oft mit Kopfhautentzündung |
| Kopfhautbeschwerden | Häufig | Seltener | Juckreiz, Rötung dokumentiert |
Quellen
- Abnehmspritze Ozempic und Co: Neue Studie findet Nebenwirkungen für Fingelnägel und Haare , Heilpraxis
- Ozempic & Wegovy: Ekelige Nebenwirkung , Studie zeigt Zusammenhang
- Neue Studie zu Ozempic & Co.: Bei vielen Nutzern lösen sich die Fingernägel und die Haare fallen aus
- Ozempic, Wegovy & Co.: Studie offenbart neue Nebenwirkung der Abnehmspritze
- Haarausfall durch Ozempic und Wegovy? Was die aktuellen Studien zeigen
Dieser Text wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Im Sinne der Transparenz und gemäß den Standards der EU-KI-Verordnung weisen wir darauf hin, dass die Inhalte anschließend einer sorgfältigen redaktionellen Prüfung und menschlichen Kontrolle unterzogen wurden. Die endgültige redaktionelle Verantwortung liegt beim Herausgeber.
